800. Hochzeitstag des Thüringer Landgrafenpaares

Landgraf Ludwig IV. führte seine Elisabeth 1221 zum Altar zu Eisenach
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Auf der Wartburg soll der sagenhafte Sängerkrieg stattgefunden haben. Im Streit wurde einem der Sänger der Tod angedroht. Dies konnte nur unter Einbeziehung des ungarischen Sängers und Zauberkünstlers Klingsor beigelegt werden. Als Klingsor, als Schlichter im Sängerkrieg auf die Wartburg gerufen, in Eisenach 1207 nachts in die Sterne blickte, soll er prophetisch verkündet haben: »Wisset, dass in dieser Nacht dem König von Ungarn (Andreas II.) eine Tochter geboren wird, die Elisabeth genannt werden wird, die wird heilig werden und sie wird dem Sohn des hiesigen Fürsten (Landgraf Ludwig IV.) zur Gattin gegeben werden.« Die in dieser Zeit festgehaltene Prophezeiung des Klingsor ist schließlich die Geburtsstunde der Elisabeth. Zur Erziehung in Deutschland holten die Getreuen im Jahre 1211 als junge Prinzessin nach Thüringen auf die Wartburg.

Jahre später, 1218, wird Ludwig in der Eisenacher Georgenkirche (1182 bis 1188 erbaut, 1196 erstmals urkundlich erwähnt) zum Ritter geschlagen und sein öffentliches Leben beginnt. Als Elisabeth nun ihr 14. Jahr erreicht hatte, beschloss Ludwig, sich feierlich mit ihr zu vermählen. Nach dem 14. Geburtstag richteten die Getreuen auf der Wartburg und in der Georgenkirche eine prächtige Hochzeit mit Ludwig, dem Landgrafen von Thüringen, aus. Sophie riet vordem ihren Sohnen, Elisabeth dem Vater wieder heimzusenden, und die Tochter eines deutschen Fürsten, welche eine reiche Mitgift brächte und deren Verwandte ihm durch nahe Hilfe nützlich sein könnten, zu wählen. Doch machten diese Einflüsterungen wenig Eindruck auf Ludwig, und als ihn der um Elisabeths Schicksal bekümmerte Walther von Vargula, welcher einer der Abgeordneten Hermanns an den Ungar-König gewesen war, fragte, was er in Ansehung der Königstochter tun wolle, ob sie heiraten oder heimsenden, antwortete der Landgraf: »Siehst du jenen großen Berg, wenn er ganz Gold wäre, eher wollte ich ihn verschmähen, als Elisabeth von mir lassen.«

Das hochzeitliche Fest wurde herrlich gefeiert, 1221.
Der Graf Reinhard von Mühlberg und Ritter Walther von Vargula, welche Elisabeth als Kind aus Ungarn nach Thüringen geführt hatten, führten jetzt die Jungfrau als Braut zum Altar. Nach des Priesters Trauung und Segen kehrte der Zug durch die Menge des herbeiströmenden jubelnden Volkes auf die Burg zurück; da wurden die Gäste wohl gepflegt, wie es am Thüringer Hofe
gebräuchlich war. Landgraf Ludwig soll 1227 im heutigen Park hinter dem Schloss beigesetzt worden sein, also nahe dem einstigen Kloster bzw. Abtei Reinhartsbrunn. (Quelle: u. a. Karl Herzog, 1827) Es gingen fast 800 Jahre ins Land …

Im Jahre 2021 wird an den 800. Hochzeitstag des Landgrafen mit der Elisabeth gedacht, die fast ganz Europa als heilige Elisabeth verehrt. Immer wieder im Blick: die Wartburg bei Eisenach und wieder Schloss Reinhardsbrunn mit Park, das nach einem Rechtsstreit wieder dem Land Thüringen gehört.

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