Jüdische Musik in christlichen Kirchen

30. Stadt- und Dorfkirchenmusiken im Weimarer Land vom 12. Juni bis 11. Juli
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In ganz Deutschland erinnern die jüdischen Gemeinden und christlichen Kirchen mit einem Themenjahr an die Festlegung Kaiser Konstantin des Großen aus dem Jahr 321, die Juden in Köln erlaubte, öffentliche Ämter in der Stadtverwaltung zu bekleiden. Das Edikt, dessen Original sich im Vatikan befindet, gilt als die Geburtsurkunde der nachweislich ältesten jüdischen Gemeinde in Europa nördlich der Alpen.

Wenngleich in Thüringen keine 1700 Jahre umspannend, finden sich in den reichsstädtischen Zentren des Mittelalters, auf dem Lande und den Residenzstädten der Neuzeit auch hier neun Jahrhunderte zurückreichende Zeugnisse jüdischen Lebens und vielfältigen jüdischen Erbes. Das Weimarer Land möchte dieses Jahr mit einer ganz eigenen Konzertreihe begleiten. Gleichzeitig begehen wir 2021 das 30jährige Jubiläum unserer Konzertreihe, was bei ihrem ersten Konzert 1992 niemand ahnen konnte. 2021 soll Jüdische Musik in christlichen Kirchen erklingen und eine ganz besondere Seite im Leben unserer jüdischen Mitmenschen bekanntmachen. Kunstvoll und voller Leben beginnt der musikalische Reigen mit einem Programm aus Liedern des jüdischen Theaters und Films. In ihnen werden die Hoffnung der osteuropäischen Auswanderer und ihre melancholische Erinnerung an die verlorene Welt besungen. Zur Zeit der Naziherrschaft war die Flucht für die überwältigende Mehrzahl der Emigranten eine durch wirtschaftliche Not und persönliches Leid begleitete schreckliche Erfahrung und zugleich die einzige Möglichkeit, das eigene Leben zu retten. Ihre Musik nahmen die Emigranten mit sich oder schufen sie im Exil neu. Sie war ein kostbares Gut, das ihnen niemand nehmen konnte. Lauschen wir den Klängen der Exilanten vieler Jahrhunderte und versuchen, ihre Traurigkeit, aber auch die nimmermüde Lebensbejahung zu erspüren. Jüdische Künstler aller Genres sind aus dem künstlerischen Schaffen und Erbe der Menschheit nicht wegzudenken. Ein Ensemble, dessen sich fast jeder erinnert, sind die Comedian Harmonists. Mit jährlich 150 Konzerten hatte die musikalische Karriere dieses Berliner Vokalensembles 1933 ihren Höhepunkt erreicht. Drei der sechs Musiker wurde 1935 als Juden Berufsverbot erteilt. Somit löste sich das Ensemble auf und konnte in seiner Nachfolge nie wieder mit gleicher musikalischer Qualität fortgeführt werden. An das Stammensemble soll ein Programm mit bekannten Arrangements wie dem »Kleinen grünen Kaktus« erinnern.

»Die Schöpfung – In Zeiten des Klimawandels« verbindet hebräische liturgische Gesänge mit christlichen Bibeltexten und setzt damit ein ganz eigenes Zeichen für die Verbindung von jüdischem und christlichem Glauben. »Wir bekennen beide Gott als den Schöpfer des Himmels und der Erde und wissen, dass wir als von demselben Gott durch den aaronitischen Segen Ausgezeichnete im Alltag der Welt leben. Wir bekennen die gemeinsame Hoffnung eines neuen Himmels und einer neuen Erde und die Kraft dieser messianischen Hoffnung für das Zeugnis und das Handeln von Christen und Juden für Gerechtigkeit und Frieden in der Welt.« (Synodalbeschluss zur Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden, Evangelische Kirche im Rheinland, 1980) Im 21. Jahrhundert muss ein weiterer, wichtiger Aspekt hinzugefügt werden. Wir haben die Pflicht, uns für den Erhalt dieser Erde einzusetzen, die Zeichen des Klimawandels zu erkennen und darauf zu reagieren, um die Schöpfung in eine lebenswerte Zukunft zu führen.

Es gilt die für den Zeitraum gültige Allgemeinverfügung des Freistaates Thüringen oder des Kreises Weimarer Land zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus!

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